Gethke Glas – Seit 1925

1925. Die Glasschleiferei „Glasindustrie Göttingen, Dreykluft und Jähnert“ mit einer Zweigstelle in Kassel, befand sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage: Für Fenster-, Guss- und Kristallglas wurden vom damaligen „Kartellamt“ regionale Preise festgelegt, so dass abgesehen vom Flachglas-Verkauf nebst Zubehör das Schleifen und Bearbeiten zur Hauptaufgabe des Unternehmens wurde. Facettgeschliffene Modellglasscheiben waren vor dem 2. Weltkrieg an fast allen Schränken und Vitrinen zu finden, aber auch mit Möbelbeschlägen und Marmor wurde damals gehandelt.

Mit Ausbruch des Krieges wurden viele Mitarbeiter eingezogen, der LKW samt Fahrer beschlagnahmt und zu guter Letzt wurden auch noch Glas- und Möbelbeschläge vom Staat eingeteilt und verknappt ausgegeben, um die „eigenen“ Kriegsschäden reparieren zu können. Auch in den ersten Nachkriegsjahren brauchte man Bezugsscheine wie „Glasschecks“ oder „Eisenscheine“, um Privat-Reparaturen ausführen zu können.

Nach der Währungsreform 1948, die den Beginn der freien Marktwirtschaft einläutete, erhob sich das Göttinger Unternehmen aus seinem Scherbenhaufen und fing mit dem Wiederaufbau an. Die ersten Außendienst-Mitarbeiter begannen mit der Arbeit, Angebote, Beratungen und Prospekte wurden eingeführt, ein LKW angeschafft. Die Damen im Büro konnten schon bald die wachsenden Kalkulationen nicht mehr im Kopf oder mit dem Rechenschieber lösen: Die ersten Rechenmaschinen traten ihren Dienst an, gefolgt von Rechenautomaten und Fakturiermaschinen. Anfang der 50er Jahre wurde ein Umzug in größere Gebäude unvermeidlich. Eine Lager- und Bearbeitungshalle für Schaufensterscheiben wurde errichtet und nebst Ablade-Kran der zweite und dritte LKW gekauft.

Nach dem plötzlichen Tod Helmut Jähnerts und der Übernahme durch Richard Gethke im Jahr 1962 mussten aufgrund der guten Auftragslage die Räumlichkeiten noch einmal vergrößert werden. Das Unternehmen zog aus der Innenstadt in den Salinenweg. Größere Hallen, weitere Verarbeitungs- und Lagergebäude, bessere Kräne, neue Bearbeitungsmaschinen und effektivere Büroorganisation folgten. Als 1973 Richard Gethke verstarb, wurde das Ziel – auch weiterhin der leistungsfähigste Betrieb in der Region zu bleiben – von Wenzel Gethke konsequent weiterverfolgt. Seine Söhne Lutz und Christian setzen diesen Weg nun schon in der dritten Generation fort.

Die Wiedervereinigung war für „Gethke Glas Göttingen“ ein historischer Moment: Durch die Grenzöffnung war nach 40 Jahren der angestammte Distributionsbereich wieder hergestellt.

Im Jahr 1998 wurde von der damaligen Flachglas AG die Isolierglasproduktion in Kirchheim/Hessen übernommen und firmiert seitdem als 100-prozentige Tochter
als Gethke Glas Kirchheim. Das Unternehmen versorgt Gethke Glas Göttingen mit Isolierglas und den regionalen Markt um Kirchheim mit Glasprodukten aller Art.

Das aktuellste Glanzlicht in der Firmengeschichte stellt die neue Produktions- und Lagerhalle in Göttingen dar. Sie wurde im Januar 2008 bezogen.

Doch genug der Vergangenheit – zurück zur Zukunft. Denn für die Zukunft ist jetzt alles klar – sogar glasklar.